Forschungsmanuskript · Zusammenfassung
Zu Takashi Miikes First Love
Eine kurze Darstellung der Frage und des Arguments einer noch nicht begutachteten Studie zu Miikes Film.
Zusammenfassung
Takashi Miikes First Love (2019) greift den vertrauten Gegensatz zwischen giri (Pflicht) und ninjō (Menschlichkeit) im Yakuza-Film erneut auf. Die Studie argumentiert, dass dieser scheinbare Konflikt auf einem Ausschluss beruht, den keiner der beiden Begriffe benennt: Frauen stehen außerhalb der moralischen Ordnung, in der männliche Pflicht und Menschlichkeit bestimmt werden. Die Darstellung Monicas wird im Zusammenhang mit der Genregeschichte sowie marxistisch-feministischen Analysen des patriarchalen Kapitalismus und der sozialen Reproduktion gelesen. Gefragt wird, wie die Kontrolle über ihren Körper fortbesteht, wenn ältere Autoritätsformen an Kraft zu verlieren scheinen. Die Studie prüft außerdem die Grenzen kritischer Modelle zur Einordnung der Geschlechterpolitik des Genres und berücksichtigt dessen Produktionsgeschichte. So sollen die formalen Widersprüche des Films erklärt werden, ohne ihn als eindeutigen Bruch mit dem Genre oder als bloße Rückkehr zu seinen Konventionen zu beschreiben.
Diese Studie wurde nicht begutachtet.
Methoden / Verifikationsmaterial
Verifikationsmaterial und Daten: https://doi.org/10.5281/zenodo.23355093
Skripte, archivierte Ausgaben und ein unabhängig prüfbarer Cinemetrics-Datensatz zu Einstellungslängen (Zenodo, MIT-Lizenz); Film-, Untertitel- oder Standbildmaterial ist nicht enthalten. Eine bildgenaue Prüfung eines von Hanpu Li selbst eingereichten Cinemetrics-Eintrags ergab, dass die kuratierten Kennzahlen (17 Einstellungen, ASL 8,7 s) stimmen, ein innerer Schnitt jedoch um sieben Frames verschoben war; die durchschnittliche Einstellungslänge reagiert auf solche Grenzverschiebungen kaum.